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Projektleiter: Prof. Dr. H.-J. Werner
Ziel des Projekts ist die Entwicklung und Anwendung von zuverlässigen ab
initio Methoden zur Untersuchung und Charakterisierung von
Zwischenstufen, Übergangszuständen und Reaktionswegen in katalytisch
aktivierten Oxidationsreaktionen mit molekularem Sauerstoff. Die
Zuverlässigkeit dieser Methoden soll über die von derzeitig verfügbaren
DFT Methoden hinausgehen, insbesondere für offenschalige
Mehrkonfigurationsprobleme (z.B. biradikalische Zwischenstufen). In der
ersten Antragsperiode sollen vor allem lokale Korrelationsmethoden mit
niedriger (im Idealfall linearer) Skalierung der Rechenzeit als Funktion
der Molekülgröße entwickelt werden. Diese und andere Methoden sollen zur
Untersuchung der Bindung von molekularem Sauerstoff in ein und
zweikernigen Kupfer und Eisenkomplexen sowie deren Wechselwirkung mit
Substraten (z.B. Alkane, Aromaten) angewandt werden. Umgebungseffekte
(Lösungsmittel, Protein, Zeolithe) sollen mit Hilfe von QM/MM Näherungen
untersucht werden. Die geplanten theoretischen Untersuchungen an
Kupfer-Sauerstoffkomplexen stehen in engem Zusammenhang mit den
experimentellen Projekten C1 und C3. In Zusammenarbeit mit dem Projekt
B1 soll weiterhin der Mechanismus der Cerkatalysierten α-Hydroxylierung
von β-Dicarbonylverbindungen aufgeklärt werden. Lägerfristig sollen
lokale Korrelationsmethoden für MultireferenzWellenfunktionen entwickelt
werden, um größere biradikalische Systeme realistisch berechnen zu
können. Diese Methoden sollen u. a. zur Untersuchung von biologisch
relevanten Reaktionen (z.B. Cytochrom-P450 Monooxygenasen) angewandt
werden. Fernziel im SFB ist ein detailliertes theoretisches Verständnis
von Enzym katalysierten Oxidationsreaktionen und die Optimierung von
Katalysatoren für die homogene Katalyse, in enger Wechselwirkung mit den
experimentellen Projekten.
Publizierte eigene Vorarbeiten
In den vergangenen Jahren ist es dem Antragsteller und seinen
Mitarbeitern gelungen, für closed-shell Systeme lokale Coupled-Cluster
Methoden mit linearer Skalierung der Rechenzeit als Funktion der
Molekülgröße zu entwickeln [1-3]. Diese Neuentwicklungen haben den
Anwendungsbereich von zuverlässigen ab initio Rechungen auf Moleküle mit
über 100 Atomen erweitert. Kürzlich gelang es mit Hilfe von
Dichtefitting-Näherungen die Effizienz noch zu verbessern [4-6]. Zur
Optimierung von Molekülstrukturen wurden auch analytische
Energiegradienten für lokale Korrelationsverfahren [6] sowie für
Multireferenz Störungstheorie (MRPT2, CASPT2) [7] implementiert. Im
Rahmen einer Doktorarbeit wurde bereits ein QM/MM Interface für lokale
closed-shell Methoden erstellt und zur Untersuchung von Enzymreaktionen
angewendet[8]. In einem weiteren Vorprojekt wurden
Elektronenkorrelationseffekte in zweikernigen Kupfer-Sauerstoffkomplexen
untersucht [9].
Literatur
[1] M. Schütz, G. Hetzer, and H.J. Werner, J. Chem. Phys. 111, 5691 (1999).
[2] M. Schütz and H.J. Werner, Chem. Phys. Lett. 318, 370 (2000);
[3] M. Schütz and H.J. Werner, J. Chem. Phys. 114, 661 (2001).
[4] H.J. Werner, F. R. Manby, and P. J. Knowles, J. Chem. Phys., 118, 8149 (2003).
[5] R. Polly, H.J. Werner, F. R. Manby, and P. J. Knowles, Mol. Phys., im Druck.
[6] M. Schütz, H.J. Werner, R. Lindh, and F.R. Manby, J. Chem.Phys. 121, 737 (2004).
[7] P. Celani and H.J. Werner, J. Chem. Phys. 119, 5044 (2003).
[8] R. da Mata, H.J. Werner, S. Thiel and W. Thiel, Publikation in Vorbereitung.
[9] M. Rode and H.J. Werner, Theor. Chem, Acc. 114, 309 (2005).
Projektleiter: PD Dr. G. Rauhut, Prof. Dr. H. Stoll
Ziel des Projekts ist ein theoretisches Verständnis von
Elementarschritten katalytischer Oxidationen, wie sie z.B. bei der
Reaktion von O2 mit Arenen in Zeolithen (Projekt Roduner, C1) oder von
n-Alkanen zu n-Alkanolen in Zeolithen mit redoxaktiven Gästen
(Edelmetalle) auftreten (Projekt Weitkamp, A1). Zur zuverlässigen
Beschreibung solcher Prozesse sollen moderne DFT/RECP (Density
Functional Theory / Relativistic Effective Core Potential) Methoden
eingesetzt, im Zuge des Projekts aber sowohl bezüglich ihrer Genauigkeit
(durch ab initio Korrekturen für open-shell DFT) als auch ihrer Effizienz
(durch Entwicklung von large-core RECPs sowie von effektiven Potentialen
für Atomgruppen, EGP) verbessert werden. Neben einer Charakterisierung
von Adsorbaten sowie reaktiven Zwischenstufen anhand von harmonischen
IR-Spektren ist die Untersuchung ausgewählter anharmonischer Moden mit
Hilfe von neuen VSCF/VCI (Vibrational SCF) Verfahren geplant.
Literatur
[1] G. Rauhut, J. Chem. Phys. 2004, 121, 9313.
[2] G. Hübner, G. Rauhut, H. Stoll und E. Roduner, Phys. Chem. Chem. Phys. 2002, 4, 3112.
[3] G. Hübner, G. Rauhut, H. Stoll und E. Roduner, J. Phys. Chem. B 2003, 107, 8568.
[4] M. Dolg, U. Wedig, H. Stoll und H. Preuss, J. Chem. Phys. 1987, 86, 866.
[5] Datenbank: http://www.theochem.uni-stuttgart.de/pseudopotentials
[6] H. Stoll, B. Metz und M. Dolg, J. Comput. Chem. 2002, 23, 767.
[7] K.A. Peterson, D. Figgen, E. Goll, H. Stoll und M. Dolg, J. Chem. Phys. 2003, 119, 11113.
[8] D. Figgen, G. Rauhut, M. Dolg und H. Stoll, Chem. Phys. 2005, 311, 227.
[9] H. Stoll, Chem. Phys. Lett. 2003, 376, 141.
[10] G. Rauhut und H. Stoll, in Vorbereitung.
[11] G. Rauhut, in Vorbereitung.
[12] K. Pflüger, M. Paulus, S. Jagiella, T. Burkert und G. Rauhut, Theor. Chem. Acc. 2005, 114, 327.
[13] T. Leininger, A. Nicklass, W. Kuechle, H. Stoll, M. Dolg und A. Bergner, Chem. Phys. Lett. 1996, 255, 274.
[14] A. Nicklass und H. Stoll, Mol. Phys. 1995, 86, 317.
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